Tag 1 – Anreise:
Wir schreiben das Jahr 2025, und ja, man glaubt es kaum: Unsere Turnvereinssportwoche jährt sich zum angeblichen 40. Mal.
Manche Dinge sind ja praktisch immer so gewesen, wie sie nun mal sind; andere ändern sich doch jährlich…
Eines war immer konstant: Die Abfahrt war bei der Volksschule in Langenlois, sozusagen der Homebase des Turnvereins Langenlois.
Bei den bisher angefragten Busunternehmen war das praktisch selbstverständlich, speziell bei den Waldviertler Unternehmen musste man froh sein, wenn sie nicht mit Traktor und Anhänger zum Transport angetuckert kamen.
Naja, alles wird ja teurer, was auch unseren kaufmännischen Berater (David) dazu veranlasst hat, auch über die (niederösterreichischen) Grenzen hinaus anzufragen.
Naja, das Gute ist: Die Salzburger Busunternehmen lassen sich weder beim Preis noch beim Komfort lumpen. So kam es, dass den Bestpreiszuschlag ein Luxusmobil aus Salzburg erhielt, das leider so groß und luxuriös war, dass es nicht kompatibel mit der Michael-Zwickl-Zeile war.
Daher startete unsere heurige Sommersportwoche des Turnvereins erstmals NICHT bei der Volksschule, sondern vor dem Friedhof – mit dem fragwürdigen Slogan „Gefallen für unser Vaterland“.
Naja, unser Ziel soll es für diese Woche wenigstens sein, unser Vaterland würdig zu vertreten und zu repräsentieren. Eines können wir schon jetzt versprechen: Das wird uns mit Sicherheit gelingen.
Die Anfahrt gestaltete sich höchst unspektakulär:
- Wie viele Gummibärchen kann man in vier Stunden in sich stopfen?
- Wie oft kann ich auf der Busfahrt aufs WC gehen?
- Mir ist schlecht – kann ich mich vorsetzen?
- Wie lange fahren wir noch?
Das waren die spektakulärsten Fragen – also alles wie immer…
Nachdem wir angekommen waren, wurden die Zimmer bezogen und die Naschlager gefüllt. Rein von den Süßigkeitsmengen könnte in dem einen oder anderen Zimmer in dieser Woche sogar ein Supermarkt im Nebenerwerb eröffnet werden.
In Kombination mit manchem Wortbeitrag: „Mein Papa hat mir diesmal den Koffer gepackt, ich habe keine Zahnbürste und nur eine Unterhose dabei“, eine wahrlich gute Kombination.
Naja, wir sind ja unter anderem auch fürs Sportmachen da, daher nun zum Sportlichen – man darf ja nicht zu sehr von Traditionen abweichen, also haben wir gleich zu Beginn die Klassiker rausgehauen:
- Oktopussi
- Zauber und Erlöser
brechen das Eis auch bei der schüchternsten Person. Einfach legendär – wir lieben es alle.
Nach einer kurzen Verschnaufpause, auch bekannt als Abendessen (es gab Gulasch – wo ja prinzipiell die Alarmglocken läuten, aber die gefundenen Flaxen konnte man an einer Hand abzählen, es war also wirklich lecker…), ging es mit Vollgas weiter. Jetzt ging es so wirklich zur Sache: Inselball, Capture the Flag und natürlich das unvergleichliche Kegelball von Doris und Alex, bei dem die Handballer nur dank pädagogischen Geschicks den Sieg davontrugen, waren die Highlights des Abends. Naja, um ganz korrekt zu bleiben: Das eigentliche Highlight war natürlich ein spontaner Lauf zum See inklusive Notwasserung so mancher Teilnehmerinnen. Auch das Trampolinspringen und das Kicken am Hartcourt haben alle unsere Erwartungen übertroffen.
Pünktlich um 10:00 Uhr haben alle Kinder natürlich tief und fest geschlafen, die sportlichen Challenges hatten also schon am ersten Tag ihren Tribut gefordert.
Wir sind gespannt, was der morgige Tag für uns bereithält (außer Regen)…
~ Daniel Kirby
Tag 2:
Liebes Tagebuch, heute war der erste volle Tag bei unseren fröhlichen Sporttagen.
Nur so mal kurz die fixen Basisdaten, die sich periodisch täglich wiederholen:
7:30 Tagwache mit Musikerwachen „Niko und dem Weckerteam“ mit dem Besten der 80er, 90er und den besten Hits von heute.
8:00 Frühstück variabel ausgeführt:
- Semmelunterteil mit Butter und viel Nutella
- Semmelunterteil mit ganz viel Nutella
- Semmelunterteil mit wenig Butter und eher viel Nutella
- Semmeloberteil ohne Butter mit ein wenig Nutella
- Sehr viel Nutella ohne Semmel mit Finger
12:00 Mittagessen (man sagt auch Raubtierfütterung dazu) 18:00 Abendessen (oder auch Carboloading genannt)
21:30 Zimmerruhe
Nun stellt sich einmal die grundsätzliche Frage, wie die Zeit zwischen diesen Konstanten gefüllt wird…
Heute hat das in etwa so ausgesehen:
Der Sporttag startete mit einem gemütlichen Marsch zum Haussee und einem kaum an Spaß zu überbietenden Aufwärmen mit Niko – wer nicht dabei war, wird es einmal im Laufe seines Lebens bereut haben, wo mit lustigen Teamgames pädagogisch wertvoll die Teamfähigkeit von Team Burschen und Team Mädchen überprüft wurde.
Gespielt wurde das Zahlenspiel, bei dem man strategische Spielintelligenz, Raffinesse, Hinterlistigkeit und Teamfähigkeit benötigt, um erfolgreich zu sein.
Um es kurz zu machen: Es war sehr knapp und wurde von Team Mädchen hauchdünn mit 65 zu 35 gewonnen.
Die Enttäuschung war zwar groß bei den Burschen, aber wahrscheinlich eine gute Vorbereitung für das weitere Leben.
Soviel sei verraten: Die Chance zu einer Revanche wird sich in dieser Woche noch bieten.
Akribisch wurde schon am Vortag das Salzburger Tropenwetter analysiert, und ganz nach dem weltbekannten Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur ein schlechtes Programm“ wurde mithilfe des Regenradars jede Minute des Tages penibel durchgeplant.
Wir nutzten das aufkommende Sonnenfenster, um in den sommerlich frischen Bergsee von Reitdorf zu springen und um die neueste Bademode 2025 endlich einmal ausführen zu können.
Danach ging es zurück in die geliebte Heimat aka Hanneshof, wo noch ein paar spannende Runden „Laufball“ gespielt wurden.
Danach ging es zum Mittagessen, das sportlerinnengerecht aus Kohlenhydraten, also Nudeln, bestand.
Da eine Schlechtwetterfront angekündigt war, wurde kurzerhand die Mittagspause auf 15 Minuten gekürzt, und wir begaben uns auf den Weg zum Fuße des Spacejets, wo wir perfekte Gegebenheiten für unser heutiges Outdoor-Spiel vorfanden. Junglehrer Niko konnte noch aus seinem Repertoire aus der Uni zehren – er kommt ja praktisch frisch von der Schule – und startete mit einem unfassbar lustigen Aufwärmspiel, dessen Name „Schere, Stein, Papier“ seinem unglaublichen Spaßpotenzial kaum gerecht wird. Daniel nahm diesen Erguss an Kreativität, um sein unerschöpfliches Wissen an lustigen Aufwärmspielen nochmals um einen Knaller zu erweitern.
Soviel sei verraten: Es wurden mehr als eine Handvoll Stürze gezählt, bei denen aber nirgends Blutkonserven vonnöten waren.
Es war so nervenaufreibend und spannend, dass die Kids selbst nach drei Runden noch nicht genug hatten, aber wir mussten trotzdem zu einem Ende kommen, um unser akribisch vorbereitetes Feuerwerk der Spielekunst vollends präsentieren zu können.
Es folgte ein nicht minder umkämpftes „Baseball“ mit Tennisschläger, was zu Flügen des Tennisballs von mindestens 100 m führte.
Auch hier schenkten sich die beiden Teams nichts, und es konnte nach zwei spannenden Spielen hoffnungsvoll bekannt gegeben werden, dass beide Teams jeweils einmal gewonnen hatten. So blieb der Haussegen weiterhin aufrecht.
Es folgte unsere aufgesparte, großzügige Mittagspause von weiteren 15 Minuten, in der die Sportlerinnen und Sportler endlich einmal Zeit fanden, ihre aufgebrauchten Energiespeicher aufzufüllen und sich mental auf die folgenden Aufgaben vorzubereiten.
Es ging bei strömendem Regen in die Sporthalle, wo es so richtig heiß zur Sache ging. Es folgten eine weitere Folge „Lufball“ und eine weitere Runde Capture the Flag, bevor sich die Kids nach ihren Vorlieben aufteilen konnten.
Ein nicht unbeträchtlicher Teil, wahrscheinlich australischer Abstammung, begab sich in die Trampolinhalle, wo unfassbare Moves vollzogen wurden. Von außen betrachtet waren es absolut surreale Sprünge – man könnte es auch mit einem Fußballergebnis ausdrücken: Mädels 1 : Gravitation 0.
Nach dem Abendessen wollten wir es mal etwas ruhiger angehen lassen, da heute ja kaum Pausen vorhanden waren. Also gab es zur Auswahl:
- Werwolf
- Bonanza
- Bänder knüpfen
- Fußball
Weiters bieten wir ab 21:30 ein ganz besonderes Service an: Sprechstunde mit Dr. Dave.
Hier können alle Wünsche, Sorgen und Anregungen wertungsfrei vorgetragen werden, und auf Wunsch wird sogar eine Lebensberatung angeboten. Dieses außergewöhnliche Service wurde äußerst gut angenommen. Ein Drittel der anwesenden Sportler nutzte die einmalige Chance, seine Lebensplanung einer grundlegenden Revision zu unterziehen.
Danach fielen alle erschöpft und ehrfürchtig ins Bett, denn am nächsten Tag sollte eine noch nie dagewesene Erstbesteigung folgen: die Eroberung des Flachauer Hausbergs, des Bergs, an dem ein gewisser Hermann M. das Pflugfahren lernte.
~ Daniel Kirby
Tag 3:
Liebes Tagebuch,
heute sind wir alle sehr nervös zu den Klängen von „Espresso Macchiato“ geweckt worden. Heute war DER Tag, zumindest wenn es nach Daniel geht. Am Nachmittag wartete der große Wandertag, auf den sich alle schon seit Monaten freuen.
Manche meinen sogar, dass der Wandertag DER Hauptgrund ist, warum der Großteil so gerne und Jahr für Jahr wieder auf diese wunderschöne Sportwoche mitfährt.
Nachdem wir leider am Vortag erfahren haben, dass die Berg- und Talfahrt nicht mehr in der Sommercard inkludiert ist, standen wir vor einer monumentalen Entscheidung.
Sollten wir einfach sowohl hinauf als auch hinab zu Fuß gehen, oder sollten wir mit den motivierten Älteren die große Runde gehen und mit den Jüngeren eine verkürzte Variante?
Ganz unser pädagogisches Geschick ausspielend, entschieden wir uns am Vorabend dazu, die Präferenzen der Kids in unsere Entscheidungsfindung zu implementieren. Daher fragten wir nach diesen und waren überrascht, dass tendenziell die Jüngeren voll motiviert wären für die XXL-Version, während die in die Adoleszenz Gleitenden eher für die Miniversion waren.
Naja, wir ließen die Kids in ihrem Glauben, auf dieser Woche etwas selbst entschieden zu haben.
Im Trainerstab entschieden wir jedoch aufgrund dieser inkongruenten Entscheidungsfindung autoritär im Geheimen, dass wir alle gemeinsam die XXL-Runde gehen würden. Einerseits sind wir ja auf einer Sportwoche, andererseits sollte Daniel eine Freude gemacht werden. Dazu aber später mehr.
Der Tag startete sportlich ja am Vormittag mit einem vielfältigen Stationenbetrieb. Im Angebot standen:
- Football
- Federball
- Koordination
- Kleine Spiele
Die Gruppen, in denen der Vormittag sportlich absolviert wurde, konnten nach Montessori frei gewählt werden.
In ihrem Titel unscheinbar klingend, waren die einzelnen Stationen eine geballte Ladung voller sportlicher Vielfalt, didaktischer Raffinesse und pädagogischer Spitzfindigkeit.
Wer erwartet schon unter „Football“ ein Training mit einem ehemaligen NFL-Aspiranten (Niko), bei Federball derart lustige Laufspiele, bei Koordination vielfältige Geschicklichkeitsstaffeln und bei „Kleine Spiele“ in Wahrheit herzensgroße Teamspiele?
Naja, wie ihr euch vorstellen könnt, vergingen die 120 Minuten bis zum Mittagessen wie im Flug. Das Mittagessen wartete mit hausgemachter neapolitanischer Pizza auf, wir fühlten uns tatsächlich wie in Italien, einzig der Aperol Spritz fehlte, den wir kurzerhand durch Apferol Spritz (0 Promille) ersetzt haben.
Nach dem Mittagessen konnten wir uns erstmals eine längere Pause bis 13:45 Uhr gönnen, um all unsere Akkus tatsächlich wieder auf 100 Prozent laden zu können. Einzelne schlossen sogar die Augen für mindestens 10 Minuten.
Danach begann das Highlight des Tages, wahrscheinlich das Highlight der Woche: die Wanderung auf den Flachauer Hausberg, den „Everest des Pongaus“, wie er von den Einheimischen nur genannt wird. Wir gingen bis auf 1 350 Höhenmeter – und das alles ohne Sauerstoffflaschen, was nur unserer soliden Grundausdauer zu verdanken war.
Wir starteten über den berühmten Wiesenweg, begaben uns weiter auf den Waldweg, bis uns hochalpin die letzten lebensfähigen Tiere in dieser Höhenluft begegneten: die Pongauer Alpinkühe.
Der Pfad führte uns über gigantische Waldheidelbeerfelder, über Kuhfladen-„Minеnfеlder“ und über Wildbäche hinweg auf eine der höchsten Erhebungen des Pongaus: die Gipfelalm.
Tatsächlich waren die Ersten am Gipfel mitunter unsere Jüngsten, mit Eva und Gerrit an der Front und im Verfolgerfeld Jakob.
Bei der Bergalm belohnten wir uns mit Heidelbeerschmarren und Sachertorte. Da ein herannahender Regen drohte und uns der Weg hinunter über die Skipiste zu riskant erschien, ließen David und Ali ihren ganzen Charme spielen und schafften es, dass uns der Liftwart aus purem Mitleid kostenfrei ins Tal fahren ließ.
Dort angekommen, starteten wir unsere 3 km lange Rückreise.
Schon nach einem Kilometer begann es leider zu schütten, was uns aber nicht den Spaß verlieren ließ. Niko lief mit den Motivierten im Regen nach Hause, und sie absolvierten in der Homebase noch ein oberkörperfreies Rasen-Gatschrutschen.
Doris, Ali und David nutzten die Riesenlacken und die triefnassen Kinder für das einmalige Erlebnis des Lackenspringens.
Zitate wie „Ich kann das, meine Mama hat gesagt, die Schuhe sind Gore-Tex“ zeigten das tiefe Vertrauen in die eigene Mama – bei zehn Zentimeter tiefen Lacken halfen die Gore-Tex-Schuhe aber eher mehr, das Wasser nicht mehr aus den Schuhen rinnen zu lassen.
Zu Hause angekommen, ließen wir vom Chef den Skikeller reaktivieren und ließen unsere Schuhe und unser Gewand trocknen.
Insgesamt war diese Wanderung nicht nur für Daniel das Wochenhighlight, sondern bleibt sicherlich vielen anderen lange in schöner und nasser Erinnerung.
Nach dem Abendessen startete für die einen ein Kinoabend, während der Großteil sich nochmals in die Sporthalle begab, wo unsere Jungübungsleiterinnen Anna-Luisa, Johanna und Lilith ihre ersten Leitererfahrungen machten und Spiele wie Kegelball anleiteten. Respekt für diese tolle Überwindung!
Nach ein paar abschließenden Sprüngen in der Trampolinhalle ging es in die verdiente Nachtruhe, wo nicht nur eine/r von Heidebeeren, Kühen und Pfützen träumen würde.
~ Daniel Kirby
Tag 4:
Tja, liebes Tagebuch, es ist unvermeidbar: Ca. zur Mittagszeit am heutigen Tag werden wir schon die Halbzeit unserer wunderschönen Turnwoche absolviert haben, was uns doch alle ein wenig wehmütig macht.
Wobei man getrost anmerken kann, dass die ersten Kids zumindest schon mal registriert haben, dass die Eltern nicht da sind.
Wortmeldungen wie
- Ich hoffe, der Mama wird nicht fad ohne mich
- Ich hoffe, Papa vergisst nicht, die Switch wieder aufzuladen, nachdem er gespielt hat – nicht dass sie dann leer ist, wenn ich wieder heimkomme
- Das Schnitzel ist ungefähr so flaxig wie zuhause
- Der Papa kann ja der Mama am Abend vorlesen, wenn ich nicht da bin. Ich hoffe, er verkraftet es…
lassen zumindest erahnen, dass den Kids ihre Abstammung nicht in Vergessenheit geraten ist.
Fragen wie „Willst du vielleicht nach dem Abendessen mal bei deinen Eltern anrufen?“ werden aber weiterhin gekonnt mit „Nein, danke, habe kein Guthaben mehr (unlimitierte Minuten)“ abgewehrt.
Nun ja, kommen wir zum Wesentlichen, also zum sportlichen Teil des heutigen Tages.
Schlau wie wir sind, haben wir natürlich wie jeden Vorabend die Halle für den nächsten Tag großzügig reserviert. Jedoch machen uns die chaotischen Mitbewohner aus München einen Strich durch unsere durchgeplante Rechnung. Sie würden ganz dringend die Halle bis 10 Uhr benötigen, haben aber nicht reserviert.
Lange Rede, kurzer Sinn: Großzügig wie wir natürlich unseren deutschen Nachbarn aus dem Lycée Français sind, planen wir kurzerhand um. Zusammen haben die sieben Übungsleiter unseres Kurses ja nicht weniger als 100 Jahre didaktische Zauberkunst gelehrt, wodurch wir unsere tollen Sportprogramme nur so aus dem Ärmel schütteln können.
Und so hat sich unser vormittägliches Sportprogramm an Kreativität nur so gewaschen: Alex H. und David H., nur weitschichtig verwandt, hatten die glorreiche Idee, zum Aufwärmen einen Stiegenhauslauf durchs Haus zu machen.
Die gute Nachricht zuerst: Das Haus hat nur zwei Stockwerke. Die schlechte für die Kids: Wenn man zwanzigmal zwei Stockwerke rauf und runterläuft, muss man insgesamt auch 80 Stockwerke bewältigen.
Die Übungsvielfalt war ja wirklich an Spaß kaum zu übertreffen:
- Rauflaufen
- Rückwärts rauflaufen
- Einbeinig rauflaufen
- Auf allen 4 rauflaufen
- Blind rauflaufen
- Seitlich rauflaufen
- Rückwärts, einbeinig, blind rauflaufen
Das entlockte nicht nur einem Kind ein strahlendes Lächeln.
Nach diesem tollen Einstieg ging es mindestens genauso hochwertig weiter…
Bei Dani’s Yoga mit Lilith, Johanna und Anna-Luisa wurden die Körper nur so gestretcht. Die Geschmeidigkeit vor allem der männlichen Teilnehmer glich ungefähr einem Tannenbaum.
Das Stöhnen in der Halle ließ von außen erahnen, dass unsere Kinder von den Übungsleitern besonders schmerzhaft gequält wurden.
Noch spannender ging es beim Schwarz-Weiß-Spiel mit Niko zur Sache. Das Reaktionsvermögen so mancher Heranwachsender ließ uns auf eine Schwarz-Weiß-Schwäche schließen.
Es kam so langsam zum Höhepunkt des heutigen Vormittages: Gespielt wurde „Laufball mit Merkballjoker“, wo im Duell Burschen gegen Mädchen mit Übungsleiter ein knackiges Unentschieden verbucht werden konnte.
Danach kam es zum Nord-Süd-Konflikt, welcher jedes Jahr aufs Neue die Probleme dieser Welt spielerisch aufzeigen soll. Das Hauptproblem für die Burschen war dabei, dass sie zweimal hintereinander verloren. Aber mittlerweile haben sie das Verlieren mit Würde schon fast gelernt. Wir werden weiterhin daran arbeiten.
Es folgte die obligatorische Einheit Trampolin, bevor es zum verdienten Mittagessen ging.
Danach folgte eine kleine Wanderung zur Liftstation, wo einerseits das weltberühmte Städtesuchspiel, angeleitet durch Doris, gespielt wurde. Dabei mussten die wichtigsten Großstädte Österreichs inklusive Langenlois chronologisch laufend gefunden werden. Danach folgte eine nervenaufreibende Fuchsjagd, powered by Alex H., wo man sich verstecken musste und, wenn man gefunden wurde, davonlaufen musste.
Es endete, wie es enden musste, mit einer Runde Schere, Stein, Papier, bei der in drei heftigen Runden von sechs Teams der Gesamtsieger gesucht wurde.
Naja, wie sollte es anders enden: Ein Mädchenteam gewann 5 : 4 gegen ein Burschenteam.
Zurück im Quartier wurde noch eine Stunde „frei“ gespielt, d. h. die Kids powerten sich beim Fußball, Wikingerschach, Ball über die Schnur, Volleyball und Trampolin vollends aus.
Es folgte das wohlverdiente Abendessen und unsere klassische abendliche Spieleeinheit in der Halle, wo gleich zu Beginn bei „Lachswanderung“ die beste Kondition gesucht wurde, sowie bei “Capture the Flag”.
Nur noch wenige Hartgesottene, nämlich 6 an der Zahl, liefen vorher mit Daniel zum See, um ihre überschüssige Energie freiwillig abzubauen.
Morgen geht’s dann am Nachmittag in die Therme Amade. Lassen wir uns überraschen, welche Abenteuer da wieder auf uns zukommen…
Bis morgen, liebes Tagebuch, verbleibe ich mit sportlichen Grüßen
~ Daniel Kirby
Tag 5:
Liebes Tagebuch, ein langer Tag liegt hinter uns und es fällt uns immer schwerer, die Fülle an Programmpunkten in eine chronologische Ordnung zu bringen.
Wie jedes Jahr wieder verlieren wir spätestens am 5. Tag unser Raum-Zeit-Gefühl.
Fragen wie:
- Welcher Tag ist heute?
- Hat es eigentlich schon einmal Spaghetti zum Essen gegeben?
- Haben wir eigentlich schon einmal gegen die Mädchen gewonnen?
- In welchem Zimmer schlafe ich eigentlich?
- Nein, das kann nicht mein Zimmer sein, da fäult’s nach nassem Hund, so stink ich ja gar nicht
lassen sich Rückschlüsse auf den Verlust jeglichen Zeit- und Raumgefühls schließen.
Wie sollte es auch anders sein, es sollte ein richtiger Highlighttag werden, wahrscheinlich würde er sogar LEGENDÄR werden.
Wir starteten zeitig kurz nach Sonnaufgang um 9:15 Uhr mit unserem vielfältigen Sportprogramm. Die Aufwärmspiele wie Jägerball und Kettenfangen wurden dankenswerterweise von unserem Methusalem-Dreamteam angeleitet; gemeinsam haben sie ja schon 82 Jahre auf dem Buckel, da haben die Kinder natürlich gehörig Respekt und sind innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde mucksmäuschenstill, sobald die Spielerklärung startet.
Es folgte ein Block von unfassbar lustigen, abgezockten, beinharten, aber auch besinnlichen Staffelwettkämpfen, bei denen sich Niko, Ali, Daniel, Doris und Alex immer weiter aufstachelten; jeder musste eine noch lustigere, kreativere und pädagogisch wertvolle Staffel anleiten. Am Ende war das didaktische Niveau schon in so schwindelerregenden Höhen, dass die Kids einfach nur überwältigt waren von ihren Gefühlen.
Es folgte zum Abschluss eine, wie sollte es anders sein, legendäre Runde Kegelball in folgenden Teams: alle Handballer gegen alle Nichthandballer inkl. Übungsleiter.
Wie du ja sicherlich weißt, liebes Tagebuch, geht es bei Kegelball darum, fünf Hütchen des gegnerischen Teams umzuwerfen, was diese mit dem Einsatz ihres Körpers als Zielscheibe zu verhindern versuchen.
Es war eine Schlacht, anders kann man es nicht beschreiben. Am Ende waren bei beiden Teams nur noch je ein Hütchen auf dem Spielfeld, was durch einen glücklichen (unglücklichen) Wurf der Handballer entschieden wurde. Deren Ball prallte von der Wand ab und fiel zufällig auf die Kegel, wodurch diese einen hart umkämpften, aber verdienten Sieg davontrugen.
Generell kann ob der Anzahl an Abschürfungen und blauen Flecken durchaus schon gesagt werden: „Wer nicht zumindest einen blauen Fleck oder ein Pflaster seinen geschundenen Körper verzieren lässt, war nicht dabei.“
Es folgte das Mittagessen und eine verkürzte Mittagspause, weil wir uns ja heute bekanntlich in die Therme Amadé begaben. Der Großteil nutzte den Bus als Transportmittel dorthin, nur wenige Hartgesottene wählten den 7 kilometerlangen Weg laufend, um in die Therme zu gelangen.
3 Auserwählte wollten sich das Privileg erarbeiten, im Penny einkaufen zu dürfen. Daniel ließ mit folgendem Deal aufhorchen: Wenn zwei von drei Kids einen Kilometer unter 4:05 laufen sollten und der dritte zumindest unter 5 Minuten bleibt, so haben sie sich das Privileg hart erarbeitet.
Es war wieder ein prägendes Erlebnis, welches vor allem für Felix B. wohl länger in Erinnerung bleiben wird. Schon nach 500 m hörte Daniel nur noch das verzweifelte Wimmern von Felix, aber die Vision eines Pennybesuchs ließ ihn so verbissen im Windschatten von Daniel bleiben, bis er nach 1000 m komplett erschöpft in der Wiese zusammengekauert liegenblieb. Wie meinte Daniel nur lapidar: „Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt.“
In der Therme angekommen waren wir überrascht über die professionelle und unbürokratische Art und Weise, wie unsere Gruppe hineinkam. In nicht einmal einer Minute waren wir drinnen und starteten unsere Entdeckungstour.
Die Highlights waren in monumentaler Aufzählung:
- Die Loopingrutsche, welche heuer endlich in Betrieb war, wo man durch eine Fallklappe im freien Fall in die Rutsche katapultiert. Den Highscore in der Loopingrutsche, was die Rutschversuche betrifft, holte unangefochten Niko.
- Der 3-m-Turm, wo zweifache Backflips, dreifache Delfine angehechtet und vierfache Auerbach-Bauchflecksprünge bewertet wurden.
- Das Wellenbecken, wo mindestens 5 Meter hohe Wellen gesichtet wurden.
- Das Strömungsbecken und natürlich
- die legendäre Trichterrutsche, wo die Kids in einem dunklen Loch verschluckt wurden.
Zurück ging es wieder mit dem Bus beziehungsweise laufend mit zwei Burschen und Johanna F., die eine Pace vorlegte, sodass die Burschen nur noch die Schuhsohlen gesehen haben. Beim Quartier angekommen meinte Johanna nur lapidar: „Um wieviel war ich jetzt schneller als die Burschen beim Hinlaufen?“ (Es waren zwei Minuten.)
Nach dem Abendessen kam das Highlight der Woche für Ali, ihrer Zeichens amtierende Weltmeisterin im Dobble. Sie war hochmotiviert, ihren Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen.
Die Duelle waren packend, atemberaubend, nervenzerfetzend und schweißtreibend. Insgeheim wollten ja alle Ali eine Freude machen als Dank für die tolle Organisation der Sportwoche, und so kam es, wie es kommen musste: Ali gewann in einem einseitigen Finale gegen Daniel und Carola, die sich somit den U23-Weltmeistertitel sicherten. Wir gratulieren sehr herzlich.
In der Halle wurde der lange Tag mit einem spannenden Duell in „Fang für mich (aka Laufball)“ beendet. Obligatorisch waren natürlich die Trampolinhallenbesuche kurz vor dem Schlafengehen.
Alles in allem war es wieder mal ein traumhafter Tag und was die Wetterprognosen sagen, wird das Wetter morgen LEGENDÄR. Lassen wir uns überraschen, liebes Tagebuch.
Ich wünsche dir eine gute Nacht, liebes Tagebuch, bis morgen!!!
~ Daniel Kirby
Tag 6:
Liebes Tagebuch,
heute sind wir etwas wehmütig-munter geworden. Man glaubt es kaum, heute ist der letzte volle Tag, den wir im schönen Salzburgerland verbringen dürfen.
Weil wir die ganze Woche so brav und fleißig waren, hat sich das Pongauer Wetter nochmals von seiner besten Seite gezeigt.
Das Programm war wirklich nochmals vom Allerfeinsten. Bei den Kids waren noch keine Verluste zu verzeichnen, und die Motivation war trotz erster Ermüdungserscheinungen und natürlicher Verschleißerscheinungen noch über 100 %.
Wir, die Übungsleiter, wollten unseren Turnkids heute nochmals ein Feuerwerk an Bewegungsvielfalt bieten, und so viel sei verraten, dies wird uns auch heute gelingen. Gestartet wurde mit einer Sally mit Tiefkniebeugen, bei der es darum geht, zu Moby’s Flower immer in der Tiefkniebeuge „down“ zu bleiben und bei „up“ wieder aufzustehen.
Man merkte die Turneroberschenkel; sie haben wirklich alle brav durchgebissen.
Danach starteten wir mit einem wirklich tollen Stationenbetrieb. Die Stationen waren Tischtennistodesringerl, Brettball, Ball-über-die-Schnur, Wiesenbillard, Turnen (damit Nichtturner auch mal reinschnuppern können) und Ultimate Frisbee.
Zumindest Wiesenbillard hat einige Teilnehmer kooperativ an ihre individuellen Grenzen gebracht.
Naja, ich halte mich über den Vormittag lieber kurz, weil der Nachmittag eines längeren Berichts würdig sein wird.
Zu Mittag gab es Toast und Schinkenfleckerl. Daniel sagt 5 / 10, Niko 8 / 10. Die Kids hatten aufgrund ihres Kalorienverbrauchs keine Ansprüche.
Am Nachmittag wartete DAS HIGHLIGHT der Sommersportwoche (nach dem Gipfelsturm), die I. Flachauer polysportiven, olympischen, geschlechtersensiblen Spiele.
Das System war so einfach wie komplex zugleich. Insgesamt gab es 7 kompetitive Spiele, die den geschlechtsspezifischen Kompetenzen angepasst waren. Der Sieger jeder kompetitiven Challenge durfte zweimal würfeln, der Verlierer einmal. Es war also ein Mix aus Geschick und Glück.
Begonnen haben wir mit einer spannenden Partie Burgwächter, die die Mädchen mehr oder weniger eindeutig gewonnen haben. Es folgte eine Partie Orientierungslauf, die leider die Mädchen ebenfalls „glücklich“ gewonnen haben, gefolgt von „Seilziehen“, bei dem vier Burschen gegen vier Mädchen Seilziehen mussten. Gespielt wurden drei Runden in unterschiedlichen Konstellationen, von zufällig gelost bis „es dürfen die 4 Stärksten selbst gewählt werden“. Das Ergebnis war wie erwartet eindeutig. Es war nicht anders zu erwarten; aufgrund der körperlichen Unterschiede konnte es nicht anders ausgehen. Die Mädchen gewannen 3 : 0.
Nach den ersten drei Runden waren die Mädchen auch aufgrund des Würfelglücks 28 : 10 vorne. Aber die Burschen haben diese zwischenzeitliche Bilanz wie echte Männer ohne viel Hadern und Diskutieren angenommen. Sie haben sich wahrscheinlich innerlich ein wenig für die tollen Erfolge der Mädchen gefreut und haben sie bewundernd akzeptiert. Respekt für dieses Fairplay.
Danach folgte eine Runde Standweitsprung, bei der fünf Mädchen und Burschen beidbeinig aus dem Stand eine maximale Weite erreichen sollten. Die Burschen haben insgesamt 30 cm mehr geschafft, wodurch sie glorreich den ersten Sieg einfahren konnten.
Es folgte eine Klopapierchallenge, bei der es darum ging, ungebrauchte Klopapierrollen so schnell wie möglich aufzurollen. Diese Tätigkeit war wie geschaffen für die Mädchen; sie gewannen diese Runde mehr als souverän.
Um die Moral der Burschen hochzuhalten, folgte in der Halle eine Runde Kegelball, die die Burschen ganz knapp gewinnen konnten, wodurch die Gesamtwertung einigermaßen offen blieb.
Es folgte ein legendärer Wettkampf. Aufgabe war, ganz in Gedenken an den berühmtesten Sohn der Flachau, Hermann Maier, so lange wie möglich in der Abfahrtshocke gegen die Wand zu halten.
Nur so als Referenz, liebes Tagebuch: In der HLF, also Oberstufe, gilt eine Minute Halten als gut, zwei Minuten als sehr gut.
Es starteten alle 54 Sportlerinnen und Sportler gleichzeitig. Gewonnen hätte jenes Team, bei dem der oder die Letzte übrig gebliebene gewesen wäre.
Um das sportliche Niveau des Turnvereins zu verdeutlichen, hielten ALLE Kids die zwei Minuten locker. Nachdem nach zwölf Minuten schon einzelne Burschen die Augen verdreht hatten und der Schweiß nur so aus den Poren geschossen war und bei einigen schon die Tränen vor Schmerz gekommen waren, einigten wir uns darauf, dass bei erreichten 15 Minuten beide Teams gewonnen haben.
Krönender Abschluss war die Liegestützstaffel, bei der es darum ging, in der Liegestützposition so lange wie möglich einen Luftballon in der Luft zu halten. Durch den sensationellen Sieg der Burschen war der Ausgang der Burschen-gegen-Mädchen-Challenge völlig offen, und es bedurfte der studierten Mathematiker Doris und Niko, um den finalen Sieger zu bestimmen.
Nach mehr als einer halben Stunde Kalkulation stand das Ergebnis fest. Und es widerspiegelte das Kräfteverhältnis dieser Woche wahrscheinlich symbolisch sehr gut wider. Die Mädchen gewannen insgesamt 63 : 62.
Aber die Burschen haben sich trotzdem über ihren Preis gefreut und nahmen ihre Niederlage mit Fassung.
Danach folgte der freie Teil des Tages, bei dem es zu einem heißen Duell Niko/Daniel gegen halbwüchsige Handballer kam, das die Heranwachsenden eindeutig gewannen.
Währenddessen waren Ali und Doris mit den Großen und Kleinen im Trampolin, wo es faszinierend zu beobachten war, wie die älteren Kids den Jüngeren ihre Tricks für Backflips und Rondats im Trampolin beibrachten.
Nach dem exzellenten Abendessen (Lasagne und Buchteln) folgte der krönende Abschlussabend der Turnvereinswoche.
Gestartet wurde mit einem legendären Pub-Quiz, bei dem die Kids ihr Halbwissen im Bereich des Sports und der örtlichen Gegebenheiten (Flachau) zeigen konnten.
Es war ein wahrlich packendes Duell, bei dem am Ende die ersten 3 Teams (von 8) nur durch 2 Punkte getrennt wurden.
Da einzelne Burschen inkl. Johanna F., Sophie G. und Emma G. trotzdem noch nicht ausgelastet waren, beschlossen Daniel und Niko, dass sie mit den Kids eine Liegestützchallenge einschoben, bei der 100 Liegestütze im Modus 10×10 absolviert werden mussten.
Allen, die daran beteiligt waren, gilt unser tiefster Respekt für diese „outstanding“ Leistung.
Danach wurde das über die ganze Woche stets spät am Abend von Alex H. produzierte Video der Turnvereinswoche den Kids präsentiert. Die Erinnerungen und Aktivitäten der Woche wurden in einprägenden 17 Minuten festgehalten. Das wirklich äußerst gelungene Video wurde passend mit österreichischen Hits der Postmoderne hinterlegt, was uns die Erlebnisse dieser Woche auch noch nach Jahren in sehr, sehr schöner Erinnerung bleiben lassen wird.
Der absolute Höhepunkt war dann die legendäre Disco, bei der zu den abgefahrensten Hits aus den letzten Jahrzehnten geshaked wurde. Dabei wurde zu Cotton Eye Joe und Macarena die absolut perfekte Choreo auf das Tanzparkett gelegt.
Es war wahrlich ein würdiges Ende.
Ja, liebes Tagebuch, das war die Sommersportwoche für dieses Jahr. Wir sind schon gespannt, welche Abenteuer nächstes Jahr auf uns warten. Wir freuen uns schon wieder auf die Zeit mit unseren Turnvereinkids. Man ist wirklich jedes Jahr für eine Woche in einer komplett anderen Welt.
~ Daniel Kirby