Tagebuch Sommersportwoche 2026

Tag 4:

Griaß di, liebes Tagebuch,

wie du ja sicherlich weißt, liebes Tagebuch, sind wir ja der (sport)UNION Turnverein Langenlois. Da in Österreich ja sogar die Dachverbände im Sport politisch eine Nähe zu einer Partei haben dürfen, kann man auch bei unseren beschaulichen Sportwoche die christlich-soziale Ader nicht geleugnet werden.

Beinahe täglich wird von unseren Sportlerinnen und Sportler gleich ein Morgengebet Richtung Himmel gerichtet, meist, um die persönlichen Tagespräferenzen nochmals mit dem Chef höchstpersönlich abzugleichen.

Auch gestern Abend wurde schon ein Stoßgebet Richtung Himmel abgegeben, Wünsche wie:

  • Bitte lieber Gott, lass es morgen Regnen!
  • Bitte Herr Gott, lass das Christkind über Nacht meine Wanderschuhe, die ich auf den Balkon gestellt habe, abholen!

muten etwas seltsam an, noch dazu, wenn diese Stoßgebete noch mit 10 zweistimmigen Vaterunser untermauert werden. (Nicht alle wollten anscheinend Wandern gehen)

Wie wir ja alle Wissen sind sowohl Gottes Wille als auch die Launen der Kursleiter unergründlich, daher kann man sich bei diesen Wünschen nie Gewiss sein, ob sie auch tatsächlich erhört werden.

Nachdem das Flehen Richtung Himmel am darauffolgenden Morgen nochmals verstärkt wurden, und Gott (oder die Kursleiter) barmherzig war, sah das Programm für heute erstmals seit meiner Teilnahme an der Turnvereinswoche keine Wanderung vor. (Was unabhängig von Gott von uns schon am Abend beschlossen wurde, weil wir Soccergolf einmal probieren wollten)

Was Anfangs wie ein Schock wirkt, sollte sich aufgrund eines neuen, erstmals in das Programm aufgenommen Tagesordnungspunktes in Grenzen halten.

Zuviel soll noch nicht verraten werden, aber es folgte heute das bisherige Highlight dieser Sportwoche.

Begonnen wurde unser Sporttag wie üblich mit einem Warmup mit Daniel und Niko und einem kurzen Stretching mit Doris. Die wohl interessanteste Erkenntnis hierbei war wohl, dass ein Holzstück gelenkiger ist als der Großteil unserer männlichen Kursteilnehmer.

Aufgrund des Dehnungsstatus unserer Jungs scheint es Verwunderlich, dass es beim morgendlichen Sockenanziehen bis jetzt noch zu keinem Muskelfaserriss in im Bizeps Femoris gekommen ist. (Du weißt ja sicherlich, um welchen Muskel es sich dabei handelt)

Es folgte eine weitere Probe unseres Chicken-Dance, es wird schon langsam Großraumdiskofähig.

Aufgrund mangelnder tänzerischer Motivation so mancher Jungs (gezählt 5) wurde von diesem aus freier Motiven 30 zusätzliche Burpees durchgeführt, um ihr persönliches Warm-Up abzurunden.

Es folgten am Vormittag Übungseinheiten in Volleyball, Ball über die Schnur, Landhockey und klassischen Ballspielen in der Halle, wobei die Turngruppe in Junge und Alte eingeteilt wurde.

Den Jungen war es wieder mal ein Anliegen, im pädagogisch wertvollen Geschlechterkampf die Rangordnung auf dieser Woche auf den Kopf zu stellen. Die Mädchen wurden dabei von Alex und Doris unterstützt und obwohl man dabei nicht sicher sein kann, ob die Beiden wirklich eine Unterstützung oder doch eine zusätzliche Bürde sind, haben die Mädchen 3:0 gewonnen.

Naja, die Jungs haben es mit Fassung getragen, sie haben nur ganz kurz geweint.

Es folgte nach dem Mitttagessen (Kaiserschmarren, wirklich exzellent) wie schon angekündigt das bisherige Highlight der Woche:

Alle, die wollten, fuhren mit dem Bus 4 Kilometer zum Roten Achter (insgesamt 4 Motivierte verweigerten sogar die Busfahrt und liefen mit Daniel die 4 Kilometer – und waren am Ende sogar schneller dort und probierten sogenanntes „Soccergolf“ aus. Dabei geht es auf 18 Bahnen darum, einen Fußball mit so wenig Versuchen wie möglich einzulochen.

So wie du dir vorstellen kannst, liebes Tagebuch, war das technische Niveau höher als jenes bei der WM, welche gerade geendet hat.

Die Besten Kicker von uns kamen bis auf 10 Kicks auf die Alltime der Bahn heran (73 Kicks für 18 Bahnen).

Die Zuhause-Gebliebenen wanderten in den Ort Flachau, wo sie den super spacigen und hypermodernen Motorikpark begutachteten, der wirklich der Traum aller Sportbegabten ist. Einziges Problem: Er wird erst am 1.August eröffnet.

Es ging also zum eigentlich anvisierten Ziel weiter, zur Weltbekannten und mit 3 Stanizel ausgezeichneten Eisdiele im Zentrum von Flachau. Die Eiskreationen ließen wirklich keine Wünsche übrig. Danach besuchte man noch den dahinterliegenden Spielplatz an der Enns, wo der eingebrachte Zucker wieder abgebaut wurde.

Daheim angekommen folgte noch ein kleines Chill-down im Trampolin und am Funcourt, bevor es zum Carboloading ging.

Es folgte am Abend das nächste Highlight dieses Highlight-tages, erstmals seit 3 Jahren wurde wieder einmal „Fordern“ gespielt.

Zur Erklärung, es gibt 30 lustige Competitions wie:

-Tischtennisballpusten
-Armdrücken
-Standweitsprung
-Handstandcompetition oder
-Abfahrtshocke

Es spielt jeder gegen jeden, immer der Ranglistenhintere kann den Vorderen „fordern“ und das Spiel wählen.

Aufgrund der Diversität der Spiele hinsichtlich der benötigten Kompetenzen war dies eine ausgeglichene Challenge und es war eine Freude zu sehen, wenn sich die Kids nach einer Challenge freundschaftlich eingeschlagen oder umarmt haben, egal ob die Challenge verloren oder gewonnen wurde.

Letztendlich geht es ja für uns vor allem darum, den richtigen Sportspirit zu vermittelt.

Es geht primär ums Spiel und die Freude am Spiel und es ist schön zu gewinnen, aber es gehört auch dazu, mit Ehre verlieren zu können und dabei vielleicht auch noch den anderen gratulieren zu können.

Um Punkt 9 ging es dann noch zu einer kurzem Gesellschaftspielrunde, bevor wir erledigt ins Bett fielen.

Morgen folgt das nächste Highlight der Woche, wir werden in die Therme Amade fahren, aber dazu morgen mehr…

~ Daniel Kirby

Tag 3:

Unfassbar liebes Tagebuch,

auch heute sind zu den Tönen des Chickensong-Remixes und Titanium munter geworden und was soll ich sagen, Nomen ist heute wieder mal Omen.

Gleich nach dem standardmäßigen Frühstücksmenü Nummer eins: 2 Semmeln mit 5 Nutella ging es daran, unsere stählernen Muskeln zu titanisieren.

Zu Beginn wurden die Athletinnen und Athleten klassisch unter Kasernenbedingungen gedrillt. Es muss nicht nur die Übungsausführung passen bei „Bauch, Beine, Po“, es muss vor allem auch stylisch ausschauen. Also wurden in 3 Reihen ähnlich bei der Angelobung gepost. Mit „Guter Laune“ wurde zum Abschluss noch eine Liegestützchoreo geprobt, bevor Niko übernommen hat mit dem Einstudieren der Chicken Dance Choreo. Für die Dorfdisco in Großreinprechts reicht es aktuell schon, ob es in weiterer Folge für einen Auftritt bei der Heimkehr reicht, kann aus heutiger Sicht noch nicht mit gesicherter Absicht gewährleistet werden.

Am Vormittag folgte schon das erste Highlight des Tages, nämlich ein Potpourri an Bewegungsfreude.

Insgesamt 5 Stationen durften die Turnerinnen und Turner durchlaufen, nämlich:

-Flagfootball mit Niko

-Basketball mit Ali

-Badminton mit Alex und Doris

-Tischtennis mit Daniel und

-Trampolin mit Daria

Ein kurzer Auszug der Highlights des Vormittags:

Folgende Erkenntnisse konnten dabei im Laufe des Vormittags gewonnen werden:

  • Soweit bekannt ist ja 2028 in Los Angeles Flag Football olympisch. Sollte nicht eine schwere Verletzung oder die Pubertät dazwischenkommen, so ist davon auszugehen, dass mindestens ein Teilnehmer der Turnvereinswoche im olympischen Aufgebot für Flag Football stehen.
  • In Badminton kommt es ja auf Schnelligkeit und Spielwitz an, was bei „Burschen gegen Mädchen“ zu doch interessanten Ergebnissen geführt hat.
  • Im Tischtennis wurde im Todesringerl der King und die Queen of Flachau gekürt,
  • Und im Basketball war die wichtigste Erkenntnis: Johanna W. liebt Basketball, wenn diese wilden Handballer nicht dabei sind.

Nach dem Mittagessen (Pizza Salami, Thunfisch oder Margharita, ähnlich der Trattoria in Caorle) ging es erstmals so wirklich zur Sache:

Es ging für Niko und Daniel vorab laufend zum See, wo für das Klopapierspiel 12 ausgeklügelte Verstecke auserkoren werden mussten.

Zur Erklärung: 12 Klopapierrollen werden versteckt mit 15 Zahlen absteigend bis 1 pro Blatt. Insgesamt 12 Teams machen sich gleichzeitig auf die Suche nach den Klopapierrollen. Umso schneller eine Rolle gefunden wird, desto höher ist die Nummer. Am Ende werden alle Zahlen zusammengezählt und die mit den meisten Punkten haben gewonnen. Es geht um Kompetenzen wie Konzentrationsfähigkeit, Intelligenz und Teamfähigkeit, es hat also ein Mädchenteam gewonnen.

Weil alle so brav waren und sie auch fast nicht geschummelt haben wurde zur Feier des Tages eine Kiste „Haribo Gummipfirsiche“ aufgerissen.

Nachdem ja nur 150 Pfirsiche drinnen waren und alle ja schon so unterzuckert waren, kam die Idee, dass Niko die letzten 10 Pfirsiche „verteilen“ darf.

Das Konzept sah folgendes vor: Niko bekam die 10 Pfirsiche unwissend in die Hand gedrückt und mit dem Kommando „Niko hat die letzten Pfirsiche, ALLE AUF NIKO“ wurde das Spiel eröffnet und Niko ergriff panisch die Flucht was ihm nur zeitlich begrenzt gelang. Da ich nicht sicher bin, ob ein Bild angehängt wird, möchte ich dir die Szene bildlich beschreiben. Alle sind wahrscheinlich nicht so bewandert wie ich, aber für die wenigen die sich im Studium die gleiche Literatur reingezogen haben eine schöne Ekphrasis: Junghandballer, von Niko geworfen, flogen durch die Lüfte, wie die Römer, wenn Obelix durch die Römer pflügte.

Die hart erkämpften Pfirsiche wurde genüsslich von den Sportlern vertilgt. Was die Testosterongesteuerten Burschen in ihrer Euphorie nicht mitbekommen, haben: Ali hat hinterlistig ein paar Pfirsiche zur Seite geschafft und hat diese all jenen verteilt, welche an dem Gemetzel nicht teilgenommen haben. Der Ouput war also bei allen der gleiche, die einen mussten halt davor ein wenig Testosteron abbauen.

Nachdem die Stimmung also schon aufgeheizt war, musste ein richtiges Spiel gefunden werden, um die Emotionen wieder auf ein erträgliches Maß zu kalibrieren.

Naja, dass gelang mit dem Nummernspiel in der Konstellation „Burschen gegen Mädchen“ nur mäßig, also gar nicht.

Naja, wir wollen uns ja nicht immer nur selbst in den Himmel Loben, manchmal geht die pädagogische Expertise auch daneben, wir haben das Spiel prophylaktisch abgebrochen, auch hier wieder eine Ekphrasis: Das Spiel war so, wie wenn Argentinien gegen Argentinien ohne Schiedsrichter spielen würde, wobei die Mädchen Argentinien waren.

Um jetzt endgültig wieder auf ein sozial erträgliches Maß runterzukommen, wurde von ein pädagogischer Kniff angewendet, nämlich unser Wochenprojekt als Deeskalationsmittel, wir bauen eine Gruppenpyramide.

Statisch war diese schon erfolgreicher als gestern, vereinzelt konnte die 4 Ebene schon besetzt werden, aber letztendlich scheiterte der 2 Versuch auch am mangelnden Titanen der untersten Reihe.

Zurück wurde stilecht gelaufen, generell kann gesagt werden, dass die 1,4 Kilometer zum See grundsätzlich nicht gegangen, sondern gelaufen werden. Diese Lebenseinstellung ist bei den Teilnehmern schon dermaßen im Blut, dass dem Vollblutläufer das Herz aufgeht.

Nach dem Abendessen wurde der letzte Schweiß bei Capture the flag und „Fang für mich“ beziehungsweise beim Trampolin (Synchronspringen als Motto bzw. Schupf den David) herausgepresst.

Verdient wurde um Punkt 9 die Nachtruhe mit einem Wolkenbruch eingeläutet, was uns das zu Ruhe kommen etwas erleichterte.

Mal sehen was uns morgen erwartet, liebes Tagebuch, ich kann nur so viel verraten, es wird etwas noch nie Dagewesenes passieren.

Bis Bald…

~ Daniel Kirby

Tag 2:

Hallo liebes turnophiles Tagebuch,

heute, Montag ist der erste WIRKLICHE Tag bei unseren verrückten Sportwoche und dieser beginnt nach einer ungewöhnlichen Nacht. Nachdem uns gestern unsere südamerikanischen Freunde gezeigt haben, was Fair Play und Sportsgeist nicht ist (sogar Argentinienfans waren sich spätestens in der Verlängerung einig, dass Argentinien mit dieser Spielweise nicht gewinnen darf), wollten wir es heute besser machen und der Fifa und Herrn Paredes zeigen, wie man auch in der Niederlage Größe zeigen kann.

Nachdem die letzten Zimmer nach der aufwühlenden Nacht erst um 1 Uhr ruhig wurden, beschlossen wir kurzerhand, das Frühstück etwas später beginnen zu lassen, nämlich erst um 8 Uhr.

Geweckt wurde die nach Bewegung gierende Meute wie gewohnt durch das musikalisch eingespielte Team von Niko und David. Zu Klängen von Nana Mouskouri wurde sogar das sedierteste Faultier aus seinem Schlaf gerissen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück startete der lange Sporttag mit einem kurzem aber schmerzhaften Warmup mit Niko und Daniel.

Dabei übertrumpften sich die beiden mit den schmerzhaftesten Rumpfkraftübungen, wobei dieses Battle seinen Höhepunkt in dem tanzenden Bären zu Klängen von Snollebollekes fand. Die Schmerzen wirken Stand jetzt, 21:00 noch immer nach.

Danach überboten sich Alex und Doris in ihren kreativen Kreationen noch nie gesehener Staffelspiele. Naja, was soll man zu einer Dobblestaffel oder Becherstabelstaffel oder Fliegenklatschenstaffel noch für Beschreibungen liefern, die Namen sprechen ja in ihrer Kreativität ja für sich.

Weiter ging es nach den großartigen Staffeln mit einem Dreierrad aus Hockey, Volleyball und Trampolinspringen und so viel sei Verraten, alleine heute haben 5 Burschen und Mädchen erstmals einen Backflip gestanden.

Generell muss hier wieder einmal eine kleine Hommage an unser Team niedergeschrieben werden. Ich bin ja jetzt das 6. Jahr mit an Bord und man muss sich das einmal vorstellen, es ist das 6. Jahr wo unser Betreuerteam absolut unverändert, weil perfekt, ist.

Auch wenn jedes Jahr droht, dass Silke keinen Urlaub bekommt, David im Krankenhaus Leben retten muss oder Niko doch noch aufgrund seiner hervorragenden Vorbereitung auf der Turnvereinswoche den dauerhaften Sprung in die HLA schafft, (ein Fehlen für eine Woche Mitte Juli in der VORBEREITUNG ist im Handball natürlich ein absolutes No-Go, sonst könnte man ja den Anschluss an die österreichische Elite verpassen), wir schaffen es immer wieder, dass einfach ein jeder dabei ist.

Und dabei hat jeder seine fixen Rollen, die er wohl bis zu seiner Pensionierung nicht mehr loswird.

Also nochmals eine kurze Vorstellung unseres heurigen Teams:

-Ali: Manager und Chef vom Dienst, Meisterin aller Brettspiele und ortsübergreifend bekannte Basteltante

-David: CEO der Sportwoche und gleichzeitig Landarzt im Dienst, verantwortlich für alle kleineren und größeren physischen und psychischen Leiden

-Silke: Grafikerin und Timetable-Managerin, sie gestaltet jeden Abend aufs Neue den Abendplan liebevoll mit einem wechselnden Motto, diesmal, also heute passend „Espana“

-Doris und Alex: Die beiden Grand-Dames der Woche, waren schon vor dem Krieg auf der Sommersportwoche mit dabei und sind für die kindgerechte Planung unserer lustigen Spiele verantwortlich. Sie entscheiden, was gespielt werden kann und was pädagogisch nicht vertretbar ist.

-Niko: Zwar einen Tag älter als David, aber trotzdem unser geistig jüngster Hengst im Stall. Gibt es ein blödes Spiel, welches die Kids erfinden, Niko ist mit Leidenschaft dabei: Ein kleiner Auszug von heute Nachmittag: Es wird „Fetz den Niko“ gespielt. Das Spiel funktioniert so, dass Niko mit Softbällen aus 1m Entfernung mit maximaler Kraft abgeschossen wird, bestmöglich ins Gesicht. Naja, es gibt wenige, die dieses Spiel lustig finden würden. Niko ist aber wie eines jungen Welpen und will immer nur Spielen.

-Daniel: Naja, der Mann für alles, was Spaß macht. Rumpfkrafttraining, Laufen und Dobblespielen, was braucht es mehr im Leben.

-Daria: Unser neues Küken im Team, soll heuer einmal reinschnuppern in die Materie und bestenfalls nächstes Jahr den Laden übernehmen 😊

Naja, man kann wohl sagen, es ist die Mischung aus Humor, Kreativität, Mamainstinkt und Sportsgeist, aber vor allem die Liebe zur Bewegung, die uns zusammenschweißt.

Nach diesem Trio aus Sprungkraft und Zielgenauigkeit ging es Punkt 12 zum Mittagessen, wo die verlorenen Kalorien wiedergefunden wurden.

Am Nachmittag sollte sich spätestens weisen, ob wir unser Motto für heute „Fairplay“ auch unter Stressbedingungen einhalten würden.

Eine Mischung aus Übernachtigkeit (Danke Argentinien) und doch gefährlichen kompetitiven Spielen würde hervorbringen, ob unser Ziel erreicht werde.

Begonnen wurden unsere Geländespiele mit einer Baseballvariante, die ihresgleichen suchte. Naja, es reicht ja nicht, dass wir den Ball mit einem Tennisschläger in den Privatwald der adeligen Fürstin von Flachau dreschen, nein wir müssen den Tennisball mit einer Riesenschleuder, die von 2 Menschen gehalten werden muss, ins nächste Tal (Großarltal) fetzen.

Naja, man kann ja alles übertreiben, man will ja nicht wissen, was passiert, wenn solch eine maximal gespannte Riesenschleuder reißt. Na gut, wenn ihr es wissen wollt, es ist extrem schmerzhaft. Ob es jetzt die 2 Schleuderhalter (Erwachsen) oder den Schleuderer erwischt hat, sei an dieser Stelle nicht erwähnt.

Danach ging es weiter mit dem nächsten legendären Spiel, nämlich der Fuchsjagd. Nachdem wir uns ja bei einem angrenzenden Wald befanden, hat dieser Name auch tatsächlich Programm.

Weiter ging es mit dem mittlerweile TOP-3 Spiel der Sommersportwoche, der Schere, Stein, Papier-Challenge. Das besondere an diesem Spiel ist ja, dass die körperlichen Voraussetzungen sekundär sind, sondern die kognitiven Fähigkeiten im Vordergrund stehen. Naja, machen wir‘s kurz, es hat ein Mädchenteam gewonnen.

Danach ging es zurück zum Quartier und damit zum Highlight des Tages für mich, liebes Tagebuch. ALLE gemeinsam liefen wir zum 1,5 Kilometer entfernten See, um die Wassertemperatur zu testen und unsere Wettkampfhärte aufzufrischen. In einer frei wählbaren Pace zwischen 4:30 und 7:00 / Kilometer wurde das Laktat in unsere Muskulatur eingebracht. Nach einem Badestopp und einer kleinen Muscle-Up Challenge ging es laufend zurück und zum Abendessen.

Danach folgte das nächste Highlight, nämlich konnte gewählt werden zwischen „Stadt, Land, Girls“ mit Ali oder Kegelball aka. Burschen gegen Mädchen plus Erwachsene. Dieses ging leider einmalig verloren aus Sicht der Mädchen. Naja, dass entsprach nicht dem Gentlemansagreemant-Protokoll, daher wurde das Mädchenteam mit ein paar halbwüchsigen Handballern verstärkt, sodass die Wochenbilanz zumindest auf 2:1 für die Burschen gestellt werden konnte.

Ein nicht erwähntes Projekt muss an dieser Stelle noch kurz vorgestellt werden. Ein Ziel für diese Woche ist, dass wir eine Menschenpyramide aus allen 50 TeilnehmerInnen schaffen, die aus zumindest 4 Stöcken besteht. Der 1 Versuch wurde heute gestartet, dieser scheiterte aber kläglich an der Kraft der Burschen in der untersten Reihe. Es muss folgerichtig noch etwas Schmalz aufgebaut werden, damit unser Wochenziel erreicht werden kann.

Ich halte dich am Laufenden, liebes Tagebuch,

Bis Morgen…

~ Daniel Kirby

Tag 1 – Anreise:

Servus liebe Sportsfreunde, hallo liebes Tagebuch,

Es ist wieder so weit und man kann es getrost ohne Überheblichkeit sagen:

Paris und Wimbledon ist gespielt, Tadej wird wieder die Tour de France gewinnen und Messi ist der größte Fußballer aller Zeiten (Achtung Spoiler: auch wenn er heute das Finale der WM gegen seinen Ziehsohn Yamine verlieren wird)

DAS TATSÄCHLICHE SPORTHIGHLIGHT startet am 19.07.2026 um 11:30 und es beginnt, wie es für eine Sportgroßveranstaltung gebührend ist:

Mit einem großen Donnerwetter zieht sogar Gott höchstpersönlich die Kappe vor diesem alljährlichen Großaufgebot der Sportkunst.

Apropos Kappe, es ist schon wirklich ein für außenstehende eigenwilliges Bild, wenn die besten Sportlerinnen und Sportler aus Langenlois und Umgebung sich zusammenfinden, um eine Woche die Sportkultur hochleben zu lassen. Es ist nicht nur auf sportlicher Ebene ein Who is who der internationalen Sportelite.

Ehemalige Staatsmeister, Landesmeister und Langenloiser Bezirksmeister treffen mit aktuellen österreichischen Meistern, Landesmeistern und Langenloiser Bezirksmeistern zusammen, um zukünftige Staatsmeister, Landesmeister und Langenloiser Bezirksmeister wie rohe Diamanten zu schleifen.

Diese Sportelite ist nicht nur körperlich in der österreichischen Spitze angelangt, sie ist es auch im Style.

Das Zusammentreffen bei der Volksschule Langenlois gleicht einer Modeschau der größten Sportmarken weltweit. Knallbunte Nikes, VanDutch Caps, die neuesten Sportshorts aus Saint Tropez, wenn schon Fußballtrikots dann Original mit Beflockung.

Es ist ja nicht einmal so, dass jemand eifersüchtig gemacht werden soll, wir sind einfach tatsächlich so gutaussehend. Was können wir denn da dafür…

Die Eltern täuschen wie jedes Jahr ihren abreisenden Kindern Trauer vor, nur um dann anschließend bei einem Umtrunk beim Loisium die 1-wöchige Absenz ihrer Sprösslinge zu feiern. So viel sei verraten liebe Eltern, der gespielte wehmütige Abschied eurer Nachkommen ist ungefähr so wehmütig wie Christiano Ronaldo der GOAT ist. Also eher unwahrscheinlich…

Endlich in der Flachau angekommen werden zu aller erst einmal die Zimmer bezogen und das Revier abgesteckt. Es ist kein Zufall, dass sich unsere Zimmer im 3.Stock des Hanneshof befinden. Es ist pure Absicht, es ist eine Sportwoche, was ist besser für Beine und Po, als jeden Tag über 200 Stufen gehen zu müssen…

Vor dem Abendessen wurde mit dem alljährlichen Klassiker „Oktopussi“ gestartet, um einmal das Eis zwischen den Geschlechtern zu brechen.

Nach dem Abendessen (Gulasch, keine Flaksn, trotzdem 2/10) ging es erstmals in die Sporthalle, um mit Spielen wie Jägerball, Inselball und Quaksiball die aufgenommenen Kalorien wieder wegzuschießen.

Der Höhepunkt des Abends war natürlich das WM-Finale der US-Propagandaspiele aka FIFA-Fußball-WM.

Das Fanlager war ca. 2/3 Spanien zu 1/3 Argentinien verteilt, was sich in einem konstanten Duell der Buh-Rufe äußerte…

Ich glaube über das Spiel können wir den Mantel des Schweigens hüllen, wir wissen alle wie das Ergebnis zustande gekommen ist.

So viel sei uns zumindest unserem Camp zugutegehalten, bei uns werden Spieltatsachenentscheidungen nicht nach einem Anruf des Präsidenten widerrufen.

~ Daniel Kirby

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